Impulsbeitrag „Mother's Call - Frauen in Israel und Palästina, die mitten im Krieg Frieden leben"
Punkt 7 - 30 Minuten innehalten für die Nöte der Welt
7. Juni 2026, 19:00 Uhr, Moritzkirche Augsburg
Maria Brandenstein
„Bedrückt vom Elend unserer Zeit kommen wir zu dir.“ Haben wir gerade gebetet.
Neben der Schönheit der Schöpfung gab es immer schon viel Elend:
Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben, Hitzewellen, Krankheiten bis hin zu Pandemie
Zusätzlich vernichten oder verletzten sich Menschen gegenseitig durch Vertreibungen, Terroraktionen, in bewaffneten Konflikten bis hin zu nicht endenden Kriegen. In unserem neuen Jahrtausend heftiger denn je und von einer steigenden Anzahl an Menschen immer offener legitimiert.
Es ist noch gar nicht so lange her, da dachte ich, wir hätten aus der Geschichte gelernt. Wir entwickelten das Ethos „Nie wieder Krieg“. Heute hören wir Sätze wie „wir müssen uns verteidigen können“, „es geht nicht anders“.
Der Papst schreibt in seiner gerade veröffentlichten Enzyklika „Magnifica humanitas – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“: „Heute erleben wir im öffentlichen Diskurs und bei den Entscheidungen zur Aufrüstung (…) einen echten Paradigmenwechsel, mit einer besorgniserregenden Rehabilitierung des Krieges als Instrument der internationalen Politik, während gerade jene ethischen Kriterien, die seinen Einsatz begrenzen, ausgehöhlt werden.“
Einer der politischen und militärischen Konflikte ist der israelisch-palästinensische Konflikt. Seine Wurzeln liegen sehr weit in der Vergangenheit. Aus der Geschichte lässt sich KEIN Lösung ableiten. Im Gegensatz. Der Blick in seine Geschichte zeigt deutlich, dass Gewalt nur neue Gewalt hervorruft. Kann es bei dieser Eskalationsspirale Hoffnung auf Frieden geben? Wir beten um Frieden. Und das ist gut so. Damit geben wir den Menschen dort Hoffnung, weil sie gesehen werden. WIR können hoffen, weil Menschen dort - mitten im Kugelhagel trotz allem Frieden leben. Trotz traumtaischer Erlebnisse, trotz persönlicher Verluste, trotz Angst um Kinder und Enkel, begegnen sich dort Menschen der gegnerischen Seiten. Es gibt mittlerweile eine Allianz für den Frieden im Nahen Osten der über 200 Organisationen und Hunderttausende von Menschen aus Palästina und Israel angehören und die versuchen zusammenzuarbeiten und eine gemeinsame Gesellschaft, Gerechtigkeit, Gleichheit, gegenseitiges Verständnis und Frieden aufbauen.
Eine dieser Organisationen ist Women Wage Peace. Es ist die größte zivilgesellschaftliche Bewegung, der 50.000 Frauen angehören. Sie wurde als Antwort auf den Gaza Krieg 2014 von israelischen Frauen gründeten, weil diese Frauen diese Kriege und Rache nicht wollten. 2018 Jahre entstand der erste Kontakt zu palästinensischen Frauen, die 2021 die Organisation Women of the Sun gründeten.
Seit dem haben beide Organisationen viele gemeinsame Aktionen durchgeführt.
Gleich 2022 formulierten einen gemeinsamen Aufruf der Mütter
- In diesem Aufruf äußern sie ihren Wunsch, dass ihre Kinder und die nächsten Generationen in Frieden, Freiheit und Sicherheit aufwachsen.
- Sie tun es in der Überzeugung, dass ein Großteil der Menschen beider Nationen diesen Wunsch trägt.
- Sie fordern eine politische Lösung an der sie als Frauen beteiligt werden möchten.
- Sie bitten alle Frauen der Welt und alle Menschen, denen Frieden wichtig ist, um Unterstützung und sich an dem Aufruf zu beteiligen.
Diesen Aufruf kann man nachlesen und unterzeichnen auf https://mothers-call.org (in Englich)
Oder auf https://www.womenwagepeace.org.il/en/deutsche/aufruf-der-mutter/ (in Deutsch)
Weitere Beispiele von Aktionen:
- 2016 organsierten sie mit über 30.000 TN den March of Hope.
- Marsch von Jerusalem bis zum Toten Meer drei Tage vor dem 7.10.2023 :
1.000 israelische und palästinensische Frauen maschierten von Jerusalem bis zum Toten Meer
Ihre Vision: eine Zukunft in gegenseitigem Respekt und ein Leben Seite an Seite.
Mission: den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen
Es geht dabei um einen historischen Wandel, der nicht einfach ist und sowohl persönlichen als auch politischen Mut erfordert, aber diese Fraugen gehen absolut beispielhaft voran.
Sie haben auch nach dem 7. Oktober 2023, Anschlag der Hamas, ihre Zusammenarbeit an dem gemeinsamen Projekt Frieden nicht aufgegeben, auch wenn die Rahmenbedingungen viel schwieriger geworden sind. Sie können sich kaum in ihren Ländern besuchen/treffen.
Sie konnten aber ihre Arbeit dank Einladungen aus dem Ausland fortzusetzen:
Belgien, wo unter anderem ein Besuch beim Königspaar stattfand.
Paris, Australien und Südamerika, Den Haag zum Tag der Menschenrechte und in diesem Frühjahr Rom.
Barfußlauf in Rom im April 2026
"Unsere Stimmen sind aus den Räumen ausgeschlossen, in denen Entscheidungen für uns und unsere Kinder getroffen werden" (Englisch)
Wie helfen?
Zuhören, erzählen, finanziell unterstützen und wenn wir uns zusammentun auch einladen.
Es gibt regionale und überregionale Unterstützungsgruppen, denen man sich anschließen kann.
Diese organisieren Veranstaltungen, Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Mahnwachen, Friedensmärsche und andere Aktionen.
Zusätzlich möchten wir erreichen, dass diese beiden Frauenfriedensorganisationen von Parlamenten und Regierungen wahrgenommen und gehört werden, wie in anderen Staaten schon geschehen.